Ingwer – eine vielfältige Superknolle

Die Superknolle Ingwer ist nicht nur aufgrund ihres scharfen Geschmacks eine einzigartige Pflanze. Verschiedene Studien bestätigen der Knolle unterschiedliche positive Auswirkungen auf unseren Körper. Erfahre hier warum Ingwer so gesund ist, wie du ihn richtig schälst und wie du Ingwer selber anbauen kannst.

Wissenswertes über Ingwer

Ingwer gehört zu den ältesten Gewürzen und ist insbesondere aus der asiatischen Küche nicht mehr wegzudenken. Bereits vor rund 3.000 Jahren wurden die ersten Ingwerpflanzen in Indien landwirtschaftlich angebaut. Inzwischen findet der Anbau auch in weiteren tropischen Ländern, wie Japan, Nigeria oder Brasilien statt. Ingwerpflanzen werden bis zu 1,50 Meter hoch und erinnern an Schilf. Der dicke, weit verzweigte Wurzelstock (Rhizom) der Pflanze ist die uns bekannte Ingwerknolle. Diese bildet die Basis für neue Triebe und sorgt so für den Erhalt der Pflanze. Die Knolle kam bereits im Mittelalter mit Handelsreisenden nach Deutschland, war damals aber aufgrund ihres scharfen Geschmacks noch nicht besonders beliebt. Durch die positive Wirkung auf die Gesundheit gewann Ingwer immer mehr Ansehen und wird mittlerweile auch hier für sein unverwechselbares Aroma geschätzt. 

Wie gesund ist Ingwer? 

Seit ein paar Jahren gilt Ingwer als Superfood. Die in der Knolle enthaltenen Scharfstoffe verleihen der Knolle nicht nur ihre Schärfe und den typischen Geschmack sondern sind auch gesund und wirken sich positiv auf den menschlichen Organismus aus. Diese Scharfstoffe, wie Gingerole und Shogaole, regen durch ihre wärmende Wirkung den Stoffwechsel und die Durchblutung an und steigern dadurch die Fettverbrennung. Gleichzeitig haben Wissenschaftler festgestellt, dass die gesunden Scharfstoffe des Ingwers bestimmten Wirkstoffen aus handelsüblichen Schmerztabletten ähneln. Der Vorteil von Ingwer gegenüber den Medikamenten ist vor allem, dass dessen Einnahme keine Risiken mit sich bringt. Nur in der Schwangerschaft sollte man bei dem Verzehr des Gewürzes aufpassen, denn enthaltende Stoffe können Wehen frühzeitig auslösen. Das natürliche Schmerzmittel wirkt außerdem entzündungshemmend. Deshalb kann die Superknolle bei verschiedenen Krankheiten, wie Erkältungen, gesundheitsfördernd wirken und Heilungsprozess beschleunigen.

Eine Knolle Ingwer auf einem hölzernen Untergrund

Ingwer richtig schälen

Frischer Ingwer aus biologischem Anbau muss nicht unbedingt geschält werden. Gerade für frischen Ingwertee, kannst du die Knolle einfach so in Scheiben schneiden und mit heißem Wasser aufgießen. Sollte dein Ingwer jedoch etwas älter sein oder nicht aus biologischem Anbau stammen, solltest du die Schale entfernen. Aufgrund der verwachsenen Form, der Blattnarben und vielen Auswüchse ist das jedoch nicht immer so einfach. Wir zeigen dir aber hier ein paar verschiedene Möglichkeiten:  

  • Sparschäler: Bevor du den Ingwer mit dem Sparschäler schälst, solltest du zunächst Auswüchse und Blattnarben entfernen. Ein Nachteil hierbei ist die vergleichsweise große Menge des Abschnitts, da viele der gesunden Inhaltsstoffe der Ingwerknolle direkt unter der dünnen Haut sitzen. 
  • Küchenmesser: Wenn du lieber ein Küchenmesser nutzt, kannst du die Schale des Ingwers entweder abschaben oder wie eine Kartoffel schälen. Vorteil dieser Methode ist, dass du Auswüchse und Blattnarben gleich mit entfernen kannst.
  • Teelöffel: Auch mit einem Teelöffel kann man Ingwer gut schälen. Halte den Löffel dazu gut fest und schabe mit einer der Kanten über die Oberfläche. Durch die Form des Löffels kommt man auch gut an schwierigere Stellen. Außerdem geht durch das Schaben nur wenig Abschnitt verloren. Hierzu noch ein Tipp: Befreie so viel Ingwer von der Schale, wie du benötigst, und schneide erst danach das geschälte Stück von der Knolle ab – so hast du mehr Grifffläche beim Schälen.

Anschließend kannst du den Ingwer je nach Rezept in dünne Scheiben, Würfel oder Stifte schneiden, ihn fein reiben oder durch die Knoblauchpresse drücken – so zerkleinert entfalten sich die Aromen besonders intensiv. 

Angeschnittene Ingwerknolle mit Messer

Warum wir Ingwer lieben

Ingwer ist nicht nur gesund, sondern kann auch sehr vielfältig eingesetzt werden. Zum Beispiel als Getränk in Form von Tee oder als Zutat in Infused Water oder Smoothies. Wir nutzen Ingwer vor allem wegen seiner leichten Schärfe in unseren beiden Suppen: Indian Lentil und Tomato Soup. Insbesondere da unsere Currys asiatisch inspiriert sind, darf frischer Ingwer aber auch hier nicht fehlen – Egal, ob im indischen Butter Chicken Curry, dem Yellow Thai Salmon Curry oder japanischen Teriyaki Tofu.

Ingwer Shot & Switchel selber machen

Bist du auf der Suche nach einem Booster für dein Immunsystem? Ingwershots sind mittlerweile in Supermärkten und Co. fest etabliert. Du kannst Ingwershots aber auch selber machen – das geht ganz leicht und du brauchst nur vier Zutaten: Ingwer, Zitrone, Orange oder Apfel und Kurkuma. Wie das genau funktioniert, haben wir bereits in einem weiteren Blogartikel festgehalten.

Ein weiteres Trendgetränk mit Ingwer ist das Gesundheitselixier Switchel. Dieses Getränk besteht hauptsächlich aus Apfelessig, Ingwer, Zitrone und Wasser. Auch hierzu haben wir dir ein Rezept zusammengetragen. Probier es doch mal aus!

Ingwer, Zitrone und Minze auf einem grauen Hintergrund

Ingwer selber anpflanzen

Auch, wenn die Ingwerpflanze bei uns in Deutschland nicht heimisch ist, ist es gar nicht schwer Ingwer selber anzupflanzen. Vor allem weil er zu den Lebensmitteln gehört, die immer wieder nachwachsen, eignen sie sich perfekt für Regrowing. Ingwer selber anzupflanzen ist zudem besonders nachhaltig, da man so die weiten Transportwege, die die Knolle sonst hinter sich bringt, umgehen kann. Wichtig für den erfolgreichen Anbau ist, dass du die Ingwerwurzel möglichst frisch und fest ist, damit sie noch austreiben kann. Und so geht’s: 

  1. Schneide ein etwa fünf Zentimeter großes Stück von einer Ingwerwurzel ab, oder nutze ein entsprechend großes Stück, das beim Kochen übrig geblieben ist. Wichtig dabei ist, dass sich an deinem Stück ein Blattknoten befindet, wo dann eine neue Wurzel austreiben kann.
  2. Setze dein Stück mit der Schnittfläche nach unten in einen Topf mit torffreier Blumenerde und bedecke es leicht damit.
  3. Um den Keimvorgang zu beschleunigen, kannst du dir ein Mini-Gewächshaus bauen. Stülpe dazu ein Glas verkehrt herum über den Topf, sodass sich genug Luftfeuchtigkeit bildet. Sobald sich die ersten Triebe bilden, kannst du das Glas wieder entfernen. 
  4. Pflege: Deine Pflanze sollte einen warmen und hellen Standort ohne direkte Sonneneinstrahlung haben. Gieße sie regelmäßig mit kalkarmem Wasser und vermeide Staunässe, dann kann deine Pflanze 60 bis 120 Zentimeter groß werden. 
  5. Du kannst deinen Ingwer ernten bzw. ausgraben, wenn die Blätter der Pflanze gelb werden. Dann ist der Punkt erreicht ab dem die Knolle ihren typischen, intensiven Geschmack hat.
Augegrabene Ingwerpflanzen in einem Korb

Viel Erfolg und guten Appetit!

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