Regrowing – Neue Pflanzen aus Gemüseresten

Regrowing bedeutet auf deutsch so viel wie “nachwachsen lassen”. Bei diesem Trend geht es darum aus Gemüseabfällen und Co. neues Leben zu gewinnen. Unter Hobbygärtnern ist das Verfahren auch als “Stecklingsvermehrung” bekannt. Egal, ob Stecklinge oder Obstkerne – es gibt viele Reste die man für Regrowing verwenden kann. Regrowing folgt dem “Zero-Waste-Prinzip” und lässt sich auch ohne Garten oder Balkon umsetzen – ganz einfach auf der Fensterbank.

Das Prinzip

Das Prinzip ist relativ simpel und läuft meist relativ ähnlich ab. Deshalb haben wir hier einmal die groben Steps für sich aufgezählt:

  1. Steckling, Kern, Strunk entsprechend abschneiden bzw. vorbereiten
  2. Für etwa eine Woche in ein Glas mit Wasser stellen
  3. Anschließend in einen Topf mit Erde einpflanzen
  4. Und schon kann das Nachwachsen beginnen

Was eignet sich alles für Regrowing

Der Schwierigkeitsgrad und die entsprechenden Erfolgschancen beim Regrowing unterscheiden sich stark zwischen den verschiedenen Obst- und Gemüsesorten. Besonders einfach vonstatten geht es zum Beispiel mit Kräutern oder aber auch bei Lauch, Lauchzwiebeln, Romana Salat und Stangensellerie. 

Kräuter-Regrowing

Für das Nachzüchten von Minze, Basilikum und Rosmarin schneidest du die Triebspitzen etwa auf eine Länge von 5 bis 7 cm ab. Danach entfernst du die unteren Blätter und stellst die Stecklinge für etwa eine Woche in Wasser, bis sich neue Wurzeln gebildet haben. Sobald diese etwa 5 cm lang sind, ist dein Steckling bereit um in die Erde gesetzt zu werden.

Bei anderen Kräutern wie zum Beispiel Koriander und Zitronengras funktioniert das Regrowing über Wurzelstecklinge. Das heißt, dass du den unteren Teil der Pflanze (etwa 4-7cm) zum Anziehen nutzt. Aber auch hier wandert der Steckling anschließend für etwa eine Woche zum Auswurzeln in Wasser bevor er anschließend in Erde umgepflanzt werden kann.

Regrowing: Ein Steckling einer Basilikumpflanze in einer Wasserflasche

Gemüse-Regrowing

Behalte etwa einen 5cm langen Strunk von deinen Frühlingszwiebeln, Lauch, Sellerie oder Romana Salat. Achte bei Frühlingszwiebeln und Lauch auch darauf, dass die Wurzeln noch möglichst frisch sind, das erhöht deine Erfolgschancen beim Nachziehen. Das weitere Vorgehen ist hier das gleiche wie oben beschrieben.

Bei Wurzelgemüse, wie Karotten oder Rote Beete, kannst du durch Regrowing das Blattgrün nachwachsen lassen. So können Rote Beete Blätter ideal für einen Salat verwendet werden – über das Grün von Karotten freuen sich vor allem kleine Nager, wie Kaninchen und Co. Auch (Süß-)Kartoffeln und anderes Gemüse lassen sich nachziehen. Hierzu findest du viele tolle Tipps im Internet.

Früchte-Regrowing

In unserem Blogbeitrag über das Allround-Talent Avocado haben wir bereits eine Anleitung, wie du aus dem Kern eine kleine Pflanze ziehen kannst. In den Herkunftsländern der Avocado dauert es bis zu vier Jahre bis ein Baum die ersten Früchte trägt. In unserem deutlich kälteren Klima werden die Bäume meist nicht groß genug um Früchte zu tragen. Aber man gewinnt eine hübsche Zimmerpflanze für seinen eigenen Urban Jungle.

Genau wie aus einem Avocadokern, kann man auch aus dem Samen einer Mango eine kleine Pflanze ziehen oder sich an die Königsdisziplin wagen und eine Ananas nachwachsen lassen. Dazu wird der Strunk der Ananas sachte aus der Frucht herausgedreht und anschließend zum Auswurzeln in Wasser gesetzt. Sobald die Wurzeln lang genug sind, freut sich die Ananaspflanze über einen Topf mit Erde und einen sehr hellen und auch warmen Standort. Nach bis zu drei Jahren kann, mit ein wenig Glück, eine kleine Ananas aus der Pflanze wachsen. Und auch wenn nicht, ist sie genau wie die Avocado und Mango einfach eine schöne Zimmerpflanze.

Regrowing: Eine Ananaspflanze in einem Tontopf

Allgemeine Tipps zum Regrowing

Zum Abschluss noch ein paar allgemeine Tipps, wie du den Erfolg deiner Regrow-Projekte maximierst:

  • Beim Regrowing aus einem Gemüseabschnitt solltest du darauf achten, dass dieser groß genug ist (ca. 4-5cm). So hat die Pflanze noch genug Energie um neue Triebe zu bilden
  • Solange dein Strunk, die Knolle oder der Kern zum Wurzelziehen im Wasser steht, solltest du das Wasser täglich wechseln um Fäulnis zu verhindern
  • Soabald du deinen Steckling in Erde umsetzt, solltest du diese stets leicht feucht halten. Aufgrund der wenigen Wurzeln würde die Pflanze sonst schnell vertrocknen
  • Suche am besten einen hellen und warmen Standort für deine Regrow-Pflanzen. Deine Stecklinge sollten zwar viel Licht abbekommen, aber auf keinen Fall der prallen Sonne ausgesetzt werden
  • kleine Anzuchtshäuser und spezielle Anzuchtserde können sich positiv auf die Wurzelbildung auswirken

Viel Spaß beim Ausprobieren!

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